Sonntag, 23. Dezember 2012

Der Abschied

Der bedeutende Schweizer Jenseitsforscher Beat Imhof schildert sehr eindringlich das Sterben eines alten Menschen und den Übergang seiner Seele in die jenseitige Welt. Es ist ein natürliches Sterben ohne die zahlreichen wohlgemeinten lebensverlängernden Maßnahmen, wie sie heute in jedem Krankenhaus üblich sind. Kommt ein Mensch in die Phase der fortgeschrittenen Alterung, werden seine Körpersubstanzen abgebaut. Er verliert Hunger- und Durstgefühl, magert ab und trocknet aus. Durch das Erlahmen der Blutzirkulation erkalten Arme und Hände, Beine und Füße. Der Blutdruck sinkt und der Puls wird schwächer. Die Sinneswahrnehmungen verringern sich, es kann zeitweilig ein völliger Hörverlust eintreten. Gelegentlich flackern einige Tage vor dem Sterben noch einmal alle Lebensgeister auf und es kommt zu einer allgemeinen Besserung des Allgemeinbefindens. Beat Imhof deutet dies als ein vorübergehendes Dominieren des astralen Empfindungskörpers (Seele, Geistleib) über den physischen Leib. Der Sterbende hat ein starkes Ruhebedürfnis und wird gegen äußere Ereignisse zunehmend gleichgültiger. In den letzten Stunden wechseln verschiedene Bewusstseinszustände miteinander ab, klares Denkvermögen mit Dahindämmern und Schlaf, Unruhe mit einer friedvollen Stimmung. Manchmal wird vom Sterbenden der letzte Rest von Lebensenergie dazu verwandt, sich telekinetisch von Angehörigen und Freunden zu verabschieden, Der Volksmund bezeichnet diese Phänomene als "Künden", Bilder lösen sich von der Wand, Uhren bleiben stehen, Spiegel und Gläser gehen zu Bruch, unerklärliche Klopfgeräusche sind hörbar. Der Tod erfolgt oft einsam, wenn Angehörige, die sich lange im Sterbezimmer aufhielten, für kurze Zeit den Raum verlassen. Es hat den Anschein, als hätte die Anwesenheit von Besuchern den Sterbenden gewaltsam festgehalten, erst jetzt nach ihrem Weggehen ist die Seele frei. Die Dämmerungs- und Schlafphasen, auch die Dramatik des Todeskampfes sind nur das diesseitige Bild des Sterbenden. Er selbst erlebt bereits den Saum einer jenseitigen Welt, ihm öffnen sich die Augen und Ohren seines Geistleibes. Er sieht das Nahen von verstorbenen Verwandten und Freunden, hört die Klänge einer überirdischen Musik. Die Erscheinungen sind in helles Licht getaucht und geben dem Kranken Hinweise auf seine baldige Abberufung. Wenn er zeitweise ins Tagesbewusstsein emportaucht, kann er davon Auskunft geben. Allerdings werden diese Berichte häufig als Halluzinationen abgetan. - Sterben ist ein zweifacher Abschied. Ein Mensch verlässt für immer Familie, Haus, Heimat, Freunde und Besitz. Der zweite Abschied ist noch schwerwiegender, die Seele trennt sich vom Körper, mit dem sie in inniger Gemeinschaft gelebt hat. Zwischen Leib und Seele (Geistleib) besteht im irdischen Leben ein ständiger Austausch und eine Wechselwirkung. Die Seele ist Empfindung, Gewissen und Gottesverbindung des Leibes, der Leib durchlebt und durchleidet aktiv ein Menschenschicksal mit Höhen und Tiefen. Er reicht alle Erfahrungen, Verdienste und Erkenntnisse an die Seele weiter. Der Tod trennt nun diese enge Partnerschaft. Sie war während des ganzen Lebens problematisch, denn der Körper diente selten bereitwillig den Forderungen der Seele und ging meist seine eigenen triebhaften Wege. Nun sind endgültig die Würfel gefallen. Der Körper verliert seine belebenden Kräfte, er verwest und kehrt zur Erde zurück. Die Seele ist ihrer Möglichkeit beraubt, weiterhin an der Gestaltung und an den Gaben der Welt teilzuhaben. Betrachtet man die Seele als ausgereifte Frucht des Körpers, ist der Tod auch Erntezeit. War es ein erfülltes Leben, gleicht die Seele einer reichbestückten Schatzkammer. War es voll von Verfehlungen, ähnelt sie eher den kläglichen Ergebnissen einer Missernte.
 
 

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