Christlichen Mystikern und Visionären war in der Ekstase häufig ein längeres Verweilen im Jenseits vergönnt. Interessant sind die Schauungen der westfälischen Nonne Anna-Katharina Emmerick (1774 - 1824), die von Kindesalter an Visionen des Lebens Christi und vieler Heiliger hatte. Häufig wurde sie von ihrem Schutzengel zu ihrer Belehrung und Beauftragung von Gebetshilfe durch die drei Jenseitsorte geführt und erlebte bewusst und erinnerungsfähig diese okkulten Wirklichkeiten. Der Dichter Clemens Brentano verbrachte fünf Jahre in ihrer Nähe und schrieb ihre Erlebnisse nach Themenbereichen geordnet auf. - Sie sieht den Himmel als das himmlische Jerusalem der Geheimen Offenbarung. Diese Stadt ist Harmonie, Ordnung, Schönheit, mit ausgewogenen Ausmaßen, klar und übersichtlich. Gold, Edelsteine und Perlen sind ihr würdiges Baumaterial. Hier herrschen nicht mehr Argwohn und Angst. Die Tore sind ständig geöffnet, trotzdem kann kein Unreiner hineinkommen. Es gibt keine Nacht mehr, weder Sonnen- noch Mondlicht sind nötig, Gottes Glanz erleuchtet die Stadt. Außerdem sieht Anna-Katharina den Himmel als weitläufige Landschaft mit Gärten voll wunderbarer Früchte und Blumen, Schlössern, Gebäuden des Frohsinns und der Anbetung, Tempeln, Altären, Thronen, Seen und Flüssen. Es sind Orte des Segens, der Liebe, Eintracht, Freude und Seligkeit. Der Himmel ist mit Engeln und Heiligen bevölkert, es herrscht in ihm reges Leben. - Diese Anordnung mit dem Mittelpunkt der größten Gottesnähe in der Heiligen Stadt und den weitläufigen Untergliederungen in Landschaften zeigt ein Bild, das auch im Fegefeuer auftritt, die Staffelung in verschiedene Regionen, die dem jeweiligen spirituellen Entwicklungsstand ihrer Bewohner entsprechen. Wichtig ist bei der Emmerick die enge Verbindung und der ständige Austausch zwischen Himmel und Erde. Am deutlichsten kommt dies bei der herausgehobenen Bedeutung der Heiligen Messe zum Ausdruck. Die fromme Katholikin sieht das in der Vision einer irdischen Kirche, über der sich unzählige Kirchen gleicher Gestalt wie mit Engeln angefüllte Stockwerke in eine unendliche Höhe türmen. Engel reichen die Verdienste der heiligen Messe, die von den irdischen Priestern gefeiert wird, zu Gott empor, wobei sie Unvollkommenes verbessern und Laues befeuern. Dieses Emporreichen irdischer Taten beschränkt sich nicht nur auf das Messopfer der Kirche. Wo Menschen Gott dienen und sich zu wahrer Tugend erheben, wirkt sich das im Himmel aus. Wo aber Egoismus regiert, Gleichgültigkeit gegen Gott und die Mitmenschen, verarmen Erde und Himmel. - Wie wohlgeordnet und abgestuft sich auch die Hierarchie der Engel und Heiligen darstellt, Gott thront über allem. Er steht weit über jeder Vorstellung eines irdischen Königs. Er ist Herrscher und Gesetzgeber, Schöpfer des Himmels und der Erde, des gesamten Kosmos. Er ist kein Tyrann, er hat erfüllbare Gebote und Richtlinien festgelegt, doch jeder kann sich dafür oder dagegen entscheiden.
Freitag, 30. November 2012
Samstag, 24. November 2012
Die Abrechnung
Die Welt ist das Land der Aussaat, das Jenseits das Land der Ernte. Während im irdischen Leben Ursache und Wirkung oft undurchschaubar bleiben, herrscht im künftigen absolute Gerechtigkeit, bestenfalls gemildert durch göttliche Barmherzigkeit. Wir sind es im Diesseits gewohnt, dass Arm und Reich, Achtung und Verkennung, Begabung und Intelligenzmangel bunt gemischt sind und keine verbindliche Wertung erkennen lassen. Gauner, Hochstapler und Wortbrüchige genießen oft lebenslang Wohlstand und öffentliche Würdigung, während die Rechtschaffen-Gutmütigen bevorzugt auf der Schattenseite vegetieren. Im Hinblick auf das Jenseits ist eine symbolische Erklärung der ausgleichenden Gerechtigkeit so simpel wie logisch : Beide werden unvermeidlich eines Tages sterben, doch sie kommen mit unterschiedlichem Gepäck im Jenseits an, der Gauner mit leeren Händen und in abgerissener Kleidung, der Rechtschaffene ordentlich gekleidet und mit einer ansehnlichen Mitgift. - Alle Religionen und esoterischen Richtungen haben ihre eigenen Jenseitsvorstellungen. Es gibt einen jüdischen, hinduistischen, islamischen, theosophischen und spiritistischen Himmel. Christen,Theosophen und Spiritisten sind sich darin einig, dass der Ort des geistigen Weiterlebens ein Ort der Buße, des Lernens und des Vorwärtsschreitens aus niederen Sphären in immer lichtere Zonen sein wird. Einig sind sie sich auch darin, dass die Verstorbenen ein fremdes Land betreten, in dem sie sich nur dann zurechtfinden, wenn sie schon im Diesseits mit seiner Sprache, seinen Forderungen und Lebensbedingungen vertraut gemacht wurden. Christentum,Theosophie und Spiritismus setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Die Theosophie legt den Schwerpunkt auf die Schuldfrage. Die Menschenseele bringt nach dieser Anschauung ins aktuelle Leben schon schwerwiegende karmische Belastungen mit, die erst durch mehrere künftige Wiederverkörperungen abgegolten werden können. Im experimentellen Spiritismus fehlt das Verlangen nach erfahrbarer Gottesnähe. Er interessiert sich hauptsächlich für die physikalischen Kräfte der Geister, für Identifikationsbeweise und Zukunftsschau. Lügengeister und Dämonen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, die Spiritisten halten sie aber durch geduldiges Bemühen der Diesseitigen für bekehrungsfähig. Auch die Theosophie bezweifelt eine endgültige Hölle, kennt aber einen zeitlich begrenzten Aufenthalt in höllenartigen Sphären. - Es gibt auf keinem Gebiet so viel Schönfärberei und falsche Regeln wie im Hinblick auf den Lebensabend und die Zeit nach dem endgültigen Abschied. Der schlechteste Rat für Greise und unheilbar Kranke ist, alle möglichen Vergnügungen der verbleibenden kurzen Zeitpanne bis zur Neige auszukosten. Dadurch wird die letzte Chance einer Erkenntnis und Wiedergutmachung von Schuld sinnlos verspielt. Ein verhängnisvoller Trugschluss ist auch die Ansicht, der Tod würde in jedem Fall der Übergang in ein jenseitiges Schlaraffenland mit unaufhörlicher Engelsmusik, ewigem Frieden und ungetrübter Harmonie sein. Jede Sekte oder esoterische Weltanschauung, die das verspricht, flunkert und vertröstet mit leeren Versprechungen. Wenn es auch innerhalb der christlichen Konfessionen deutliche Glaubensunterschiede gibt, sind sie sich doch über die Existenz von Himmel, Fegefeuer und Hölle einig. Allein schon diese Dreiteilung bedeutet, dass Christen das Jenseits als einen Ort der Belohnung und Abrechnung, jedenfalls als einen Ort der Rechtfertigung akzeptieren. Das unterstreicht die ungeheure Wichtigkeit des irdischen Lebens, es bedeutet aber auch, dass allein der freie menschliche Wille das Jenseits gestaltet. Es kann einst ein blühender Garten, aber auch eine trostlose Wüste sein.
Sonntag, 18. November 2012
Todesnähe und Tod
Die Nahtoderlebnisse sagen sehr viel über den Aufbau der menschlichen Person, aber wenig über ein Weiterleben im Jenseits aus. Sie führen nur bis zu einer unüberwindlichen Schranke, an der den körperlosen Wesen bedeutet wird, dass sie im irdischen Leben noch Aufgaben zu erledigen haben und dass sie noch nicht reif für die Ewigkeit sind. Für viele ist diese Rückkehr aus einem schwerelosen, schmerzfreien Zustand in die raue Wirklichkeit eine herbe Enttäuschung. Doch die meisten berichten nach ihrer Genesung, dass sich ihr Leben grundsätzlich geändert hat. Es war ihnen ein Blick in eine Welt vergönnt, von der es keine allgemein zugänglichen Reiseberichte, Landkarten und Wegweiser gibt. Diese kurze Begegnung mit einer surrealen Wirklichkeit hat in den meisten Fällen keine Angst ausgelöst, sondern ein Gefühl der Geborgenheit. Der Tod erscheint nun nicht mehr als die unausweichliche Vernichtung aller Zukunftsperspektiven, des Wissens und aller Verdienste, sondern als ein Übergang des Persönlichkeitskerns in eine endgültige Daseinsebene. Eine wichtige Tatsache lässt alle materialistischen Deutungsversuche als Folgen von Narkotika, Drogen und Hormonen fragwürdig erscheinen. Diese Verunglückten / Todeskandidaten / Wiederbelebten wurden in der Todesnähe mit Ereignissen konfrontiert, die ganz persönlich auf sie zugeschnitten waren : der Zeitraffer ihrer Lebensläufe mit dem Hervorheben des ethischen Handelns, Versagens oder Schuldigwerdens; die Personen, die ihnen begegneten, waren nicht Fremde, sondern bedeutungsvolle Verwandte oder Freunde; was auf wortlose Weise mit ihnen gesprochen wurde, war ebenfalls nur für sie bestimmt und erhellte Schicksalsfügungen des bisherigen Lebens; auch das Lichtwesen bedeutete einen transzendenten Hinweis; für die Frommen war es Jesus oder eine andere göttliche Person ihrer Konfession, für die Agnostiker zumindest eine wohlgesinnte Symbolfigur. Was die meisten Zurückgekehrten aus dieser Vorstufe des Jenseits berichten, ist die totale Änderung ihrer Einstellung zum Leben und zum Tod. Sie verabschiedeten sich von einer leichtfertigen, oberflächlichen Lebensweise. Sie sahen nun ihre künftige Aufgabe in einer bewussten Abkehr von Egozentrizität und einer verständnisvollen Zuwendung zu den Mitmenschen. - Dennoch besteht die Gefahr voreiliger Schlüsse. Nicht alle Nahtoderscheinungen zeigen die klassisch-romantische Form einer lichtvollen, paradiesischen Gegend und die Begegnung mit wohlwollenden Personen und Engelwesen. Schon K.Osis und Erlandur H. berichten vereinzelt von beängstigenden Jenseitsregionen und furchteinflößenden Horrorgestalten. Zwischen Todesnähe und Tod besteht ein gravierender Unterschied. Der Geistleib ist noch durch eine Silberschnur mit dem physischen Leib verbunden. Die Abnabelung durch den Tod schafft völlig neue Situationen. Nun erst öffnet sich die goldene Pforte, die während der Nahtodphase hermetisch verschlossen war. Hier enden zwangsläufig alle Berichte von Nahtoderfahrungen, die in den letzten Jahren lawinenartig angewachsen sind. Auch die Theologen helfen kaum weiter, sie verstecken sich bei diesem Thema hinter einer verschämten Wortkargheit oder flüchten in Phrasen. Das müsste nicht sein. Es gibt im christlichen Raum viele heilige und profane Visionäre, denen ein Blick oder sogar ein ausführliches Erleben der jenseitigen Wirklichkeiten hinter der goldenen Pforte vergönnt war. Selbst die Angst vor Täuschungen und Irrwegen entschuldigt nicht die Interesselosigkeit, allen Spuren dieses faszinierenden Landes Jenseits nachzugehen, das eine Ewigkeit lang unsere Heimat sein wird. Schon der gesunde Menschenverstand wird den vorurteilsfrei Suchenden dazu verhelfen, die Geister zu unterscheiden und die Spreu vom Weizen zu trennen.
Sonntag, 11. November 2012
Nahtoderfahrungen (NTE)
Im Jahre 1975 veröffentlichte der amerikanische Psychiater Raymond Moody "Life after life" (deutscher Titel: "Leben nach dem Tod"). Dieses Buch eines Mediziners war ein Meilenstein der Jenseitsforschung. Moody hatte an Krankenbetten die Erfahrungen gesammelt, dass viele Schwerverletzte, die sich teilweise in einem Zustand des klinischen Todes befanden, nach dem Erwachen aus der Ohnmacht über eigenartige und völlig unerwartete Erlebnisse berichteten. Sie befanden sich außerhalb ihres Körpers und konnten bei vollem Bewusstsein alle Bemühungen der Ärzte und der Sanitäter um ihren verletzten Körper beobachten. Moody hatte schon während seines Studiums durch einen Klinikarzt von paradoxen Phänomenen Sterbender erfahren. Er interessierte sich für dieses Neuland und sammelte nun systematisch Berichte über die letzte Phase des Hinscheidens, aber auch über Reanimierte, die einen Infarkt oder eine schwere Verletzung überlebten. In seinem ersten Buch veröffentlichte er 150 ausgesuchte Fälle, die bei aller Verschiedenheit doch eine Reihe typischer Merkmale aufweisen : Sterbende haben das Gefühl, sich durch einen langen, dunklen Gang zu bewegen; sie gewöhnen sich langsam an den fremdartigen Zustand, einen neuen Körper zu besitzen, der ihren bewusstlosen physischen Leib aus der Vogelperspektive beobachten kann. Verstorbene Verwandte und Bekannte nähern sich ihnen und begrüßen sie; häufig erscheint ihnen ein Lichtwesen; das vergangene Leben läuft wie ein Film vor ihren geistigen Augen ab. - Gleichzeitig, aber unabhängig von Moody, beschäftigten sich noch zwei weitere Ärzte mit NTE, der Lette Karlis Osis und der Isländer E. Haraldson. Sie kamen aus der parapsychologischen Ecke und interessierten sich hauptsächlich für außersinnliche Wahrnehmungen, vor allem für Telepathie. Nahtoderlebnisse waren für sie und ihr Forscherteam nur ein Randgebiet, doch das änderte sich rasch mit der zunehmende Fülle des Beweismaterials. Ihr gemeinsames Buch "Der Tod - ein neuer Anfang" ("At the hour of death"), wurde ein Bestseller und ist in seiner wissenschaftlichen Gründlichkeit auch heute noch ein Standardwerk dieses Gebietes. - In einer materialistischen Weltanschauung ist kein Platz für NTE. Sie befasst sich ausschließlich mit dem physischen Leib, der mit dem Tod zugrundegeht. Das Weiterleben eines Teiles der menschlichen Persönlichkeit wäre nach atheistisch-materialistischer Auffassung auch sinnlos, da kein Jenseitsland einem irgendwie gearteten Geistleib ein Weiterleben bietet. Diese vielfältigen Erscheinungen an der Todesschwelle können folglich nur Halluzinationen, Vergiftungen oder Wirkungen körpereigener Hormone sein. In der Psychopathologie sind eine Reihe von Phänomenen bekannt, die auch bei NTE auftreten : die Einbildung, sich selbst außerhalb des Körpers fremd und teilnahmslos gegenüberzustehen; Träume, in denen sich der Träumende als hellwach empfindet und eine paradiesische Welt erlebt. Außerdem stehen Sterbenskranke im Klinikbetrieb meist unter starken Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmitteln, deren Nebenwirkungen Persönlichkeitsveränderungen und Halluzinationen provozieren können, z.B. Phantome von beängstigenden fremden Personen im Krankenzimmer. Wenn außerkörperliche Bewusstseinszustände während Operationen auftreten, kann deren Ursache das Narkosemittel oder die Anreicherung des Blutes mit Kohlendioxyd sein.Tatsächlich ist es im Experiment gelungen, eine Reihe von NTE mit Hilfe von Narkotika und Drogen zu imitieren. Dennoch bleibt ein großer Rest von Unerklärlichem. Ein eindeutiger Beweis für einen realen Out-of-body-Zustand ist, wenn sich der aus dem physischen Leib ausgetretene Geistleib auf größere Distanz entfernt und in einem akustisch und optisch vom Operationssaal abgeschirmten Nebenraum Gegenstände sieht und Gespräche mitanhört, die der Kranke nach seinem Erwachen berichtet und die sich verifizieren lassen. - Wer grundsätzlich von einem unsterblichen Geistleib und von einem Jenseitsland überzeugt ist, braucht keine schlagenden Beweise dafür. Skeptiker und Materialisten werden lebenslang nach dem Funktionieren dieser Tricks suchen und möglicherweise nie oder erst einige Minuten nach ihrem Tod restlose Gewissheit bekommen.
Sonntag, 4. November 2012
Engel und Menschen
Mechthilde Schönwerth, die Tochter des bekannten Volkskundlers F.X.Schönwerth, besaß seit Kindheit eine elitäre Gabe. Die intelligente, hochgebildete und lebenstüchtige Frau lebte neben ihren Alltagspflichten gleichzeitig in einer jenseitigen Welt. Sie sah fast ständig ihren Schutzengel und höherrangige Engelsgestalten. Diese Begabung ist im Christentum keine Seltenheit. Die katholische Kirche kennt viele Heilige / Selige, die diesen Umgang mit ihren Schutzengeln pflegten. Einige der prominentesten sind der Pfarrer von Ars, Pater Pio, Anna-Katharina Emmerick und Kreszentia von Kaufbeuren. In ihren Heiligsprechungsakten finden sich darüber hinaus noch viele weitere interessante Psi-Phänomene. Mechthild Schönwerth unterscheidet sich von diesen Heiligen dadurch, dass ihr die Engel weniger zu ihrer persönlichen Beratung und Tröstung, sondern zur Zuteilung caritativer Aufgaben gesandt wurden, zur Hilfe für Sünder, Sterbende und Verstorbene. Ein weiteres auffallendes Merkmal war, dass sie an wechselnden farblichen Äußerlichkeiten der Erscheinungen erkannte, ob ihr persönlich freudige Ereignisse oder Schicksalsschläge bevorstanden. - Der österreichische Theologieprofessor F.Holböck (1913-2002) war der Überzeugung, dass die Engel in ihrer reinen Geistnatur den Menschen an Verstandesschärfe und Willenskraft überlegen sind. Der göttliche Auftrag veranlasst sie aber, den Menschen bereitwillig zu helfen, sie zu erleuchten, ihnen beizustehen und zu dienen. Holböck fasst die Aufgaben der Engel in mehrere Bereiche zusammen : Sie wenden Gefahren und Übel des Leibes und der Seele ab; sie wehren böse Geister ab; sie flößen gute Gedanken ein; sie bringen die Gebete der Gläubigen vor Gott und beten für sie. Nach Meinung vieler Kirchenväter ist jedem einzelnen Menschen von Geburt an ein Engel zugeteilt. Je nach geistiger Reife und Aufgabenbereich des Betreffenden kann diesen Schutzengel noch ein weiterer Engel aus einer höheren Hierarchie unterstützen. Thomas von Aquin war zudem der Überzeugung, dass Gemeinden und Ländern, vor allem aber spirituell orientierten Gemeinschaften, Spezialisten aus den Engelshierarchien zugewiesen sind. - Der Schutzengel ist nicht nur der ständige Begleiter während des irdischen Lebens, er steht uns auch beim Sterben zur Seite und führt nach dem Tod unseren vom physischen Leib getrennten Geistleib in die jenseitigen Gefilde. Er ist während des göttlichen Gerichtes anwesend, das über unser weiteres Schicksal entscheidet und geleitet uns anschließend in die verschiedenen Abstufungen des Paradieses oder des Fegefeuers. Nur vor der Pforte eines einzigen Jenseitsortes, der Hölle, trennt er sich endgültig und unwiderruflich von uns. - Es hängt ganz vom einzelnen Menschen ab, in welchem Verhältnis er zu seinem Schutzgeist steht und ob es ihm gelingt, während des irdischen Lebens eine Freundschaft zu ihm aufzubauen. Es gibt vier Möglichkeiten der Entscheidung : die Bereitwilligkeit, die Gleichgültigkeit, die Unwissenheit und die Ablehnung. Leider dominiert in unserer Zeit eine gleichgültige Unwissenheit, die zur Ablehnung führt. Häufig fehlt es schon an der unerlässlichen Vorstufe einer Engelsbeziehung, an der Aufgeschlossenheit zu den Mitmenschen. Erst, wer sich aus der Verkapselung ins eigene Ich für eine hilfsbereite Zuwendung zu seinen Nächsten öffnet, ist reif zur höheren Oktave der Engelsfreundschaft.
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