Sonntag, 11. November 2012
Nahtoderfahrungen (NTE)
Im Jahre 1975 veröffentlichte der amerikanische Psychiater Raymond Moody "Life after life" (deutscher Titel: "Leben nach dem Tod"). Dieses Buch eines Mediziners war ein Meilenstein der Jenseitsforschung. Moody hatte an Krankenbetten die Erfahrungen gesammelt, dass viele Schwerverletzte, die sich teilweise in einem Zustand des klinischen Todes befanden, nach dem Erwachen aus der Ohnmacht über eigenartige und völlig unerwartete Erlebnisse berichteten. Sie befanden sich außerhalb ihres Körpers und konnten bei vollem Bewusstsein alle Bemühungen der Ärzte und der Sanitäter um ihren verletzten Körper beobachten. Moody hatte schon während seines Studiums durch einen Klinikarzt von paradoxen Phänomenen Sterbender erfahren. Er interessierte sich für dieses Neuland und sammelte nun systematisch Berichte über die letzte Phase des Hinscheidens, aber auch über Reanimierte, die einen Infarkt oder eine schwere Verletzung überlebten. In seinem ersten Buch veröffentlichte er 150 ausgesuchte Fälle, die bei aller Verschiedenheit doch eine Reihe typischer Merkmale aufweisen : Sterbende haben das Gefühl, sich durch einen langen, dunklen Gang zu bewegen; sie gewöhnen sich langsam an den fremdartigen Zustand, einen neuen Körper zu besitzen, der ihren bewusstlosen physischen Leib aus der Vogelperspektive beobachten kann. Verstorbene Verwandte und Bekannte nähern sich ihnen und begrüßen sie; häufig erscheint ihnen ein Lichtwesen; das vergangene Leben läuft wie ein Film vor ihren geistigen Augen ab. - Gleichzeitig, aber unabhängig von Moody, beschäftigten sich noch zwei weitere Ärzte mit NTE, der Lette Karlis Osis und der Isländer E. Haraldson. Sie kamen aus der parapsychologischen Ecke und interessierten sich hauptsächlich für außersinnliche Wahrnehmungen, vor allem für Telepathie. Nahtoderlebnisse waren für sie und ihr Forscherteam nur ein Randgebiet, doch das änderte sich rasch mit der zunehmende Fülle des Beweismaterials. Ihr gemeinsames Buch "Der Tod - ein neuer Anfang" ("At the hour of death"), wurde ein Bestseller und ist in seiner wissenschaftlichen Gründlichkeit auch heute noch ein Standardwerk dieses Gebietes. - In einer materialistischen Weltanschauung ist kein Platz für NTE. Sie befasst sich ausschließlich mit dem physischen Leib, der mit dem Tod zugrundegeht. Das Weiterleben eines Teiles der menschlichen Persönlichkeit wäre nach atheistisch-materialistischer Auffassung auch sinnlos, da kein Jenseitsland einem irgendwie gearteten Geistleib ein Weiterleben bietet. Diese vielfältigen Erscheinungen an der Todesschwelle können folglich nur Halluzinationen, Vergiftungen oder Wirkungen körpereigener Hormone sein. In der Psychopathologie sind eine Reihe von Phänomenen bekannt, die auch bei NTE auftreten : die Einbildung, sich selbst außerhalb des Körpers fremd und teilnahmslos gegenüberzustehen; Träume, in denen sich der Träumende als hellwach empfindet und eine paradiesische Welt erlebt. Außerdem stehen Sterbenskranke im Klinikbetrieb meist unter starken Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmitteln, deren Nebenwirkungen Persönlichkeitsveränderungen und Halluzinationen provozieren können, z.B. Phantome von beängstigenden fremden Personen im Krankenzimmer. Wenn außerkörperliche Bewusstseinszustände während Operationen auftreten, kann deren Ursache das Narkosemittel oder die Anreicherung des Blutes mit Kohlendioxyd sein.Tatsächlich ist es im Experiment gelungen, eine Reihe von NTE mit Hilfe von Narkotika und Drogen zu imitieren. Dennoch bleibt ein großer Rest von Unerklärlichem. Ein eindeutiger Beweis für einen realen Out-of-body-Zustand ist, wenn sich der aus dem physischen Leib ausgetretene Geistleib auf größere Distanz entfernt und in einem akustisch und optisch vom Operationssaal abgeschirmten Nebenraum Gegenstände sieht und Gespräche mitanhört, die der Kranke nach seinem Erwachen berichtet und die sich verifizieren lassen. - Wer grundsätzlich von einem unsterblichen Geistleib und von einem Jenseitsland überzeugt ist, braucht keine schlagenden Beweise dafür. Skeptiker und Materialisten werden lebenslang nach dem Funktionieren dieser Tricks suchen und möglicherweise nie oder erst einige Minuten nach ihrem Tod restlose Gewissheit bekommen.
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