Die Frage, ob außer dem physischen Leib des Menschen noch ein eigenständiger Seelenleib existiert, wird nur durch den Beweis erbracht, dass dieser Seelenleib (Astralkörper) schon während des Lebens zeitweise den physischen Leib verlassen kann. Der Amerikaner Sylvan Muldoon (1903 - 1969) erlebte als Zwölfjähriger einen spontanen Austritt seines Astralkörpers. Diese Erfahrung war für ihn beängstigend, doch gelang es ihm, sie in den nächsten Jahren bewusst herbeizuführen. Er entwickelte Methoden, um die Reichweite seiner Wanderungen zu vergrößern und um Gefahren auszuschließen. Dennoch stand er ziemlich ratlos diesem Unbekannten gegenüber, bis er die Werke des esoterischen Schriftstellers Hereward Carrington kennenlernte, die sich auch mit außerkörperlichen Erfahrungen befassten. Muldoon entdeckte darin eine Menge Ungereimtheiten und teilte dies Carrington mit. Der berühmte Schriftsteller ließ sich überzeugen und veranlasste Muldoon, mit ihm gemeinsam ein Buch zu verfassen. Die Zusammenarbeit zwischen Praktiker und literaturerfahrenem Theoretiker führte zu einem hochqualifizierten Fachbuch. Muldoon beschreibt den Astralkörper als Gegenstück des physischen Leibes. Er besteht aus feinem, ätherischem Stoff und ist gewöhnlich im physischen Leib eingeschlossen. - Muldoon hatte seine erste Astralabspaltung im Schlaf. Er erwachte plötzlich in einem Zustand körperlicher Starre und konnte weder sehen noch hören. Dann befiel ihn das Gefühl, dass sein Körper in waagerechter Haltung nach oben schwebe. Immer noch blind und taub richtete sich sein Körper in die Senkrechte auf und bekam Bodenkontakt. Die Starre löste sich, er konnte sehen und hören, im Genick verspürte er einen unangenehmen Druck. Er drehte sich um und bemerkte zu seinem Schrecken seinen eigenen schlafenden Körper. Ein dehnbares, durchsichtiges Kabel verband sein astrales Genick (Medulla oblongata), mit einer Stelle zwischen den Augenbrauen seines physischen Leibes. Er konnte durch die verschlossene Türe in die benachbarten Räume wandern und seine schlafenden Angehörigen beobachten. Er versuchte, sie zu wecken, doch gingen seine Hände durch sie hindurch wie durch Luft. Nach einiger Zeit bremste das Kabel im Genick seinen weiteren Ausflug. In umgekehrter Reihenfolge wiederholte sich nun die Rückkehr. Er schwebte über seinem physischen Leib und wurde mit einem plötzlichen schneidenden Schmerz in ihn hineingezogen. - Muldoon unternahm in den nächsten Jahrzehnten einige hundert bewusste Astralreisen. Es gelang ihm sehr bald, die Trennung von physischem und astralem Leib herbeizuführen und dabei seine Verstandesfähigkeit zu erhalten. Er war ein guter Beobachter und beschrieb seine Erfahrungen exakt und ausführlich. Interessant ist die Geschwindigkeit, mit der diese Reisen vonstatten gingen. Kurze Entfernungen waren "zu Fuß" zu bewältigen, bei weiten Strecken erhöhte sich das Tempo und die durcheilten Gegenden zogen wie im Flug an Muldoon vorüber. Sehr weite Distanzen überwand er im unbewussten Zustand, nachdem er vorher energisch den Wunsch nach einem bestimmten Ziel geäußert hatte. Muldoon beschränkte seine Reisen auf irdische Gegenden, seine Nachfolger gingen oft viel weiter und besuchten sogar Jenseitsregionen. - Es ist typisch für alle okkulten Spezialisten, dass sie sich von ihren Interessen leiten lassen und Prioritäten setzen. Für Muldoon war es wichtig, falsche Vorstellungen auf diesem Gebiet durch die Schilderung eigener Erfahrungen auszumerzen. Seine Erlebnisse ließen ihn zeitlebens nicht los. Er hatte einen Aspekt seiner menschlichen Natur entdeckt, von dem die Wissenschaft nichts weiß, der aber für das Verständnis der menschlichen Person in ihrer Gesamtheit äußerst wichtig ist.
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