Samstag, 20. Oktober 2012
Tierseele
Nach dem Schöpfungsbericht formte Gott Mensch und Tier aus Ackererde. Das lässt in übertragener Bedeutung darauf schließen, dass sich der Schöpfer bei der Gestaltung der beiden physischen Körper eines gleichen oder ähnlichen Bauplans bediente. Außerdem verlieh er beiden die Lebens-, Bewegungs- und Empfindungsfähigkeit (Vitalkraft). Im Gegensatz zum Tier hat aber Gott dem Menschen als besondere Bevorzugung seinen göttlichen Geist eingehaucht. Das Tier besitzt deshalb nur einen physischen Körper und die Vitalkraft (Seele), der Mensch jedoch Körper, Seele und Geist. Die ewige Streitfrage, ob Tiere eine Seele besitzen, kann man also eindeutig mit Ja beantworten, diese Seele ist allerdings sterblich. Was beim Menschen für ewig überlebt, ist der gotteingehauchte Geist. - Der Seelenleib, den Mensch und Tier gemeinsam besitzen, dient den Tieren noch mehr als der physische Leib zur Kommunikation mit den Artgenossen. Zwar können sie sich durch eine Vielzahl von Lauten und Zeichen miteinander verständigen, doch das genügt nicht bei temporeichen Tieraktivitäten, bei blitzartig drohenden Gefahren, die einem Wildrudel, einem Vogel- oder Fischschwarm drohen. Hier kommt nur eine andere Verständigung in Frage, für die es in der wissenschaftlichen Zoologie keine befriedigende Definition gibt. Ebenfalls schwer erklärlich ist auch die systematische Ordnung und Zielstrebigkeit, die in einem Termitenhügel und einem Bienenstock herrschen. Da Ameisen,Termiten, Bienen und Wespen kein vernunftgesteuertes Organisationstalent und keine akustischen Verständigungsmöglichkeiten besitzen, gehen professionelle Zoologen von einer "vierfachen Wurzel der Instinkte" (Entelechie, Erbgedächtnis, natursomnambule Wahrnehmungsweise und Gruppenseele) aus. Den Terminus "natursomnambule Wahrnehmungsweise" kann man getrost durch "Telepathie" ersetzen. Diese laut- und zeichenlose Gedankenübertragung scheint der wichtigste Faktor der Gruppenseele zu sein, ohne die es zu keinem Gestaltungsziel kommt und ohne die auch ein Erbgedächtnis nichts vermöchte. - Der englische Zoologe Rupert Sheldrake hat mit seinem Forscherteam eine überwältigende Anzahl kritisch hinterfragter Fälle über die telepathischen Fähigkeiten der Tiere dokumentiert. Sogar noch öfter als bei Wildtieren erlebte er bei domestizierten Tieren übersinnliche Fähigkeiten. Je mehr das Haus-, Zoo-, oder Zirkustier zu einem bestimmten Menschen eine Beziehung aufgenommen hat und je intensiver die Sympathie des Tierhalters zu seinem Schutzbefohlenen ist, desto enger ist auch die telepathische Bindung des Tieres zu ihm. Es gibt sehr viele Zeugnisse, dass Hunde und Katzen die Absichten, Gefühle, Stimmungen und körperlichen Verfassungen ihres Besitzers "lesen" können. Sie wissen häufig lange vor den Angehörigen, wann ihr Besitzer von einer Reise zurückkommt, sie finden über weite Strecken zu ihm zurück, wenn sie von ihm getrennt wurden, sie wittern es, wenn ihn eine tödliche Krankheit befällt. Beim Tier ist der Seelenleib noch ursprünglicher angelegt als beim Menschen, bei dem die Steuerung durch den Verstand und die Mitteilung durch die Sprache dominiert. Während alle höherentwickelten Tierrassen generell telepathische Fähigkeiten besitzen, ist sie beim heutigen Menschen auf eine relativ kleine Gruppe von Hochsensitiven beschränkt. Doch auch von diesen gibt es sehr viele zuverlässig dokumentierte Fallschilderungen über okkulte Erfahrungen auf den Gebieten der Telepathie, Telekinese, dem Aurasehen, der Präkognition und Prophetie. Der Unterschied liegt darin, dass beim Tier die Sinne des Seelenleibes schon zu Lebzeiten aktiviert sind, sie sich beim Menschen in vollem Umfang aber erst nach dem Überschreiten der Todesschwelle öffnen. - Die Tragik der Tierseele liegt in ihrer Sterblichkeit. Das Tier hat im Gegensatz zum Menschen keine Jenseitsperspektiven. Es hat nur sein kurzes irdisches Dasein, das häufig freudlos verläuft und grausam endet. Adam erhielt einst von Gott den Auftrag, jedem seiner tierischen Mitgeschöpfe einen Namen zu geben. Die Tiere sollten ihm Mitarbeiter und Partner sein, für deren Schutz er verantwortlich war. Wir Nachkommen Adams laden eine schwere Schuld auf uns, wenn wir uns dieser Pflicht entziehen.
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