Sonntag, 19. August 2012
Die Sichtweise der Magie
Magie bewirkt eine Beeinflussung und Veränderung von Ereignissen, Menschen und Gegenständen mit Hilfe übersinnlicher Kräfte. Auch Politik, Pädagogik und Medizin erstreben eine Veränderung bestehender Unzulänglichkeiten, doch bedienen sie sich dabei realer Mittel. Übersinnliche Kräfte sind unsichtbar, ungreifbar, indifferent. Sie können gut und böse sein, Aufbau und Zerstörung bewirken. Anhänger magischer Strömungen legen zwar Wert auf eine Unterscheidung zwischen weißer und schwarzer Magie, aber beide Formen arbeiten mit Beschwörungen, mit dem Herbeizwingen okkulter Kräfte. Man kann getrost weiß und schwarz in einen Topf werfen, denn gute Engelsmächte gehorchen dem Menschen nicht auf Kommando, ihre Hilfe lässt sich nur erbitten. Anders die dämonische Welt, sie läßt sich herbeizitieren und ist zu einem Kuhhandel bereit, stellt aber ihre Bedingungen. - Magie ist knallharter Teufelskult, Hexerei, Zauberei. Der Magier sucht Verbindung zu dämonischen Kräften, weil er leichterworbenen Reichtum, unangefochtene Macht, langdauernde Jugendkraft will. Der normale Weg zu Wohlstand und Ansehen ist ihm zu beschwerlich. Er spekuliert darauf, dass er von der Zaubermacht Luzifers etwas abbekommt, wenn er sich durch seine Gesinnung oder ein Ritual an ihn bindet. Bei ihm sind die Seiten der Himmel-Hölle-Betrachtung vertauscht. Sein Götze ist Satan. Er verehrt in Luzifer den kühnen Rebellen, der in einem mutigen Aufbegehren das Joch Gottes abgeschüttelt und dadurch die absolute Freiheit errungen hat. Völlig anders sieht es der Christ : Luzifer hat dem Herrn seinen Auftrag, die göttliche Lichtfülle bis in die äußersten Fernen des Kosmos zu tragen, vor die Füße geworfen und sich mit Hohn von ihm abgewandt. Vom Mitarbeiter Gottes hat er sich zum erbitterten Widersacher gewandelt, zum gehässigen Vernichter aller göttlichen Spuren. Ein Heer von Engeln schloss sich ihm an, um Gott zu entthronen und unter der Führung Luzifers den Kosmos zu regieren. Doch Gottes Engel besiegten den Rebellen und stießen ihn und seinen Anhang für alle Zeiten in die Tiefe. Luzifer verlor die Insignien seiner einstigen Herrlichkeit und das Licht des Heiligen Geistes, aber einen Teil seiner zu Zaubermacht pervertierten Kraft durfte er behalten. Damit versucht und prüft er die Menschen und zieht die Willfährigen in seinen Bann. Es ist ein Riesenirrtum, zu glauben, die Kumpanei des ersten Menschenpaares mit Satan hätte der Menschheit die Befreiung aus einer göttlichen Tyrannei und die Emanzipation zu selbständigen, selbstbestimmten, intellektgesteuerten Persönlichkeiten gebracht. Das hochmütige Übertreten eines sinnvollen göttlichen Verbotes hat im Gegenteil den Menschen für Jahrtausende der Gottesnähe beraubt. Durch den Verrat Adams ging eine unheilvoller Riss durch die ganze Schöpfung, der erst durch die Menschwerdung Christi geheilt wurde und die Pforten des Paradieses wieder aufstieß. Doch werden die Menschen auch in Zukunft das Ziel der teuflischen Versuchung und Abwerbung bleiben. Bis zum Jüngsten Tag wird Luzifer dem Wahn nachjagen, mit seiner Gefolgschaft und menschlicher Hilfe Gottes Macht brechen und die Weltherrschaft antreten zu können. - Magie ist die extremste, gefährlichste und folgenschwerste Form aller esoterischen Strömungen. Nirgends sonst gibt es eine größere Distanz zum Gottesglauben. Wie sehr heute bereits die Akzeptanz und das Hochjubeln des Bösen Einzug ins öffentliche Bewusstsein gefunden hat, sieht man in der Vorliebe der Unterhaltungsindustrie und Kunst zum Hässlich-Obszön-Fratzenhaften, der Verherrlichung von Gewalt und Zerstörung, dem Wohlwollen gegenüber der Anarchie, der Verhöhnung sinnvoller. traditioneller Ordnungen. Gott hat dem Menschen bei seiner Erschaffung außer der Vernunft und anderen wertvollen Gaben auch die Freiheit eingepflanzt. Sein Geschöpf soll in jeder Minute des Lebens die Möglichkeit besitzen, zwischen mehreren Wegen zu wählen. Gott zeigt ihm auch genau, wohin diese Wege führen, in die Höhe, in die Tiefe, in die Verheißung der Freude, in die Verlockung des Abgrunds. Trotz aller äußerlichen Zwänge kann der Mensch täglich freie Entscheidungen treffen. Er kann sich sehenden Auges in die stets offenen Arme Satans fallen lassen, aber dann muss er bereit sein, alle Konsequenzen dieser Entscheidung in Kauf zu nehmen, und sei es auch erst nach seinem leiblichen Tod.
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